O! A Biography beginnt bei den frühen Anfängen einer tänzerischen Biografie und begibt sich auf die Suche nach den Möglichkeiten des Fantastischen und Transformativen, die darin liegen. Gemeinsam mit dem Black Page Orchestra, einem Tänzer und einem Countertenor, einem Ensemble junger Tänzer*innen, taucht Eva Schaller tief hinab in Momente persönlicher Erinnerungen und Erfahrungen hinter und auf der Bühne, um einen sowohl persönlichen wie auch kollektiven Prozess der Emanzipation und Aktualisierung zu provozieren.
Wenn der Körper ein Archiv ist, dann ein chaotisches aus hybriden Fragmenten, fantastischen Realitäten, den Zeithorizont eines einzelnen Lebens sprengend.
Bruchstücke von Szenen aus Oper und Ballett, Goldklumpen aus Wagners Rheingold, Zauberflöten, die nicht mehr Mozarts Musik spielen treten zutage; Verwandlungen, deren Ausgang ungewiss ist, Narrative, die neu betrachtet werden müssen.
Matthias Kranebitter komponiert dieses verwinkelte Gebäude voller Räume, in denen sich erst durch den Akt des Teilens der Erlebnisse mit anderen Tänzer*innen jene multiperspektivische Erinnerungswelten entfalten.
Inspiriert von Virginia Woolfs „Orlando“, sucht O! A Biography nach der Utopie einer 400-jährigen Biografie jenseits von Zeit, Ort und des sozialen Apparats der Genderproduktion. Wie fluide die Deutungen von Bewegungsformen sind, zeigt sich im kaleidoskopischen Tanz durch die Jahrhunderte.
Als Tänzerin bin ich Viele. Als Tänzerin Viele zu sein ist der Handlungsspielraum, der es ermöglicht, jene alten Narrative zu durchstreifen, aus eigener Perspektive neu zu erzählen und zu verändern. Mit O! A Biography setzt Eva Schaller ihre Arbeit über Weitergabe, verkörpertes Wissen und Erinnern als choreografischer Prozess fort und O! A Biography beschwört mit der Vergangenheit eine Zukunft herauf, in der es möglich ist Viele gleichzeitig zu sein.
CREDITS:
Eva-Maria Schaller Konzept, Choreografie, Tanz | Matthias Kranebitter Komposition | Mani Obeya Tanz | Georg Bochow Countertenor | Studierende des Studiengangs Tanz an der MUK: Anna Cimmino, Clarissa Beisteiner, Claudia Antonica, Gina Lou Remund, Gloria Marie-Elaine Berghäuser, Helena Vancura, Jessy Yang, Leah Pauline Wagner, Michael Voit, Mireia Miltner, Paola Floreani, Polina Samoidiuk
Black Page Orchestra: Elena Gabbrielli Flöte | Magdalena Lucia Puschnig Oboe | Teresa Doblinger Klarinetten | Jason Pfiester Horn | Pablo Marin‐Reyes Posaune | Alfredo Ovalles Keyboard | Igor Gross Schlagwerk | Fani Vovoni Violine | Eirini Krikoni Violine | Francesca Piccioni Viola ǀ Irene Frank Violoncello | Philipp Kienberger Kontrabass | Matthias Kranebitter Elektronik | Christina Bauer Klangregie
Irene Delgado-Jiménez Dirigentin | Anita Buchart Dramaturgie | Laura Vilar Dolç, Alberto Cissello Choreografische Assistenz, Probenleitung | Gabriela Neubauer, Helena Sophia Adam Ausstattung | Jan Wagner Lichtdesign | Julia Haas, Sophie Menzinger Produktion
Eine Koproduktion von choreographic signatures mit Tanzquartier Wien und Wien Modern. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien, des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport und der SKE-Austro Mechana.
Kooperationspartner: Black Page Orchestra, Studiengang Zeitgenössischer und Klassischer Tanz an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK).
Fotos: Apollonia T. Bitzan